H1 | Vorstellung Neuzugang Aimé Kouadio

Die Siebziger haben einen Neuzugang mit internationalem Background. Aimé Kouadio trägt in der kommenden Saison unser Trikot und soll der Mannschaft mit zum Klassenerhalt in der 2. Regionalliga verhelfen.
Geboren wurde Kouadio vor etwas mehr als 23 Jahren in Deutschland, er hat auch den deutschen Pass. Seine Eltern waren aus beruflichen Gründen von der Elfenbeinküste nach Bayern gezogen. Seine Basketball-Laufbahn begann er mit sechs Jahren im französischen Dijon, der nächsten Station in seinem Leben. Dort spielte er später mit Profis zusammen, auf einem Niveau, das er mit der Regionalliga in Deutschland vergleicht. Mit 18 Jahren wurde er dabei gesundheitlich auf den Prüfstand gestellt – und bekam ein Problem mit dem Herzrhythmus diagnostiziert. Eine Basketballpause wurde fällig – einige Jahre spielte er nicht.
Der weitere Weg führte Aimé Kouadio nach Toronto, das er im Gespräch mit dem Anzeiger als seinen Heimatort nennt. Warum? „Da leben viele Verwandte von uns“, erklärt er. „Internationale Studenten können in Kanada kein Sportstipendium bekommen“, sagt er, aber immerhin nutzte er die Chance, in Toronto als Basketball-Coach zu fungieren in einer „Men‘s League“, führt er weiter aus. Mit Basketball blieb er so verbunden.
Der Weg nun zum BC 70 Soest hatte einige Umwege. Aimé Kouadio besuchte vor zwei Jahren einen Cousin in Arnsberg, kam beim SV Dortmund-Derne zurück zum Basketball. Die Fahrt war ihm aber zu weit, sodass er zum TuS Iserlohn in die 2. Regionalliga wechselte. Und zusammen mit dem jetzigen Siebziger Yvan Noubissi spielte er einige 3x3-Turniere. Noubissi lotste ihn auch zu den Siebzigern.
Inzwischen hat Aimé Kouadio eine kleine Wohnung in Soest bezogen und der arbeitet nebenbei in der Servicegesellschaft des Mariengartens. Wenn der 2,01-Meter-Spieler nicht gerade Essen ausliefert bei dieser Tätigkeit, ist er meist in den Sporthallen zu finden, in denen die Soester Korbjäger trainieren. Dort hilft er schon mit beim Jugendtraining, hat da viel Spaß mit dem talentierten BC-Nachwuchs.
„Ich kann viele Positionen spielen“, sagt Aimé Kouadio zu seiner Rolle auf den Soester Basketballfeldern, wobei er sich aber in erster Linie auf der Position drei des „Smallforwards“ sieht. „Er ist in der Verteidigung sehr stark, hat eine unglaubliche Athletik und Körperlichkeit“, sagt sein Trainer, Daniel Schenkel, über den neuen Spieler. „Man merkt, dass er viele Jahre ambitioniert gespielt hat.“ In der vergangenen Saison hatte der BC 70 mit Arda Gülü einen ähnlichen Spieler, der aber nach der Spielzeit aus beruflichen Gründen den Verein verlassen hatte. „Aimé ist ein Eins-zu-Eins-Ersatz für Arda. Er ist aber nicht nur ein Center, sondern hat auch einen starken Wurf von Außen“, baut Schenkel auf den schlaksigen Neuzugang. „Wir sind sehr glücklich, dass er hier ist. Er bringt sich schon bei den Jugendteams ein, passt von der DNA perfekt zum Verein, kann hier die Kultur aufsaugen und soll einfach Spaß haben.“ Dabei gebe Kouadio dem Team nicht nur sportlich, sondern auch auf der persönlichen Ebene viel.
Aimé Kouadio lobt im Gegenzug Verein, Mannschaft und Stadt. „Die Mannschaft ist auf einem sehr guten Level“, hat er schon in der vergangenen Saison gemerkt, als er ein paar Mal mittrainiert hat, „ist bereit für die 2. Regionalliga.“ Er selber spielt zwar bereits seit seinem sechsten Lebensjahr, aber er kann natürlich mit 23 Jahren noch viel lernen. „Ich bekomme nach jedem Training Feedback von Danko Popovic und Yvan, das ist für mich nach den fünf Jahren Pause eine wichtige Hilfe“, sieht er sich gut betreut bei den Siebzigern und seinen erfahrenen Korbjägern.