H1 | Eindrucksvolle zweite Hälfte: BC 70-Herren schlagen BC Langendreer 79:51

12. March 2018 von Jan Haselhorst

Soest - Keine Blöße gaben sich die Oberliga-Herren des BC 70 Soest gegen das Mittelfeldteam BC Langendreer. Beim 79:51 (38:30)-Heimerfolg waren die Siebziger in der zweiten Halbzeit nicht mehr zu stoppen und verteidigen mit dem 13. Saisonsieg ihren dritten Platz.

H1 | Eindrucksvolle zweite Hälfte: BC 70-Herren schlagen BC Langendreer 79:51 Jan Seuthe steuerte neun Punkte zum ungefährdeten Heimerfolg gegen BC Langendreer bei. © Haselhorst

Was letztendlich in einem deutlichen Sieg mündete, war in den ersten 20 Minuten aber noch eine recht zähe Angelegenheit. Besonders im ersten Viertel lief die Partie nicht nach dem Geschmack von BC 70-Trainer Chris Brüggemann. Mit 13:15 lagen die Soester zurück – mit der Defensive war Brüggemann in der Phase zwar zufrieden, mit der Offensive haderte er aber. „Wir haben überhastet gespielt, keine guten Aktionen gehabt und unsere Würfe nicht getroffen“, fasste der BC 70-Coach zusammen. Auch Antoine Hosley konnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht seine ganze Klasse aufs Parkett bringen. Dass der BC 70 das Spiel dann im zweiten Viertel drehen konnte, lag neben einem gut aufgelegten Simon Brehm auch an den Einwechselspielern Dennis Apel und Fidan Cetaj. „Wir habe eine ausgeglichene Mannschaftsleistung gezeigt“, freute sich Brüggemann und ergänzte: „Jeder von uns kann punkten und das Spiel positiv beeinflussen.“

Die Halbzeitpause schien den Gastgebern gut getan zu haben: Nach dem Seitenwechsel legten sie ein beeindruckendes Tempo vor, ließen in der Verteidigung kaum noch etwas zu und bauten die Führung mit zahlreichen Schnellangriffen kontinuierlich aus – da lief es dann auch bei US-Boy Hosley, der am Ende mit 28 Punkten Topscorer war. „Wir waren nach der Pause viel cleverer, haben den Ball gut bewegt und die Lücken gesucht“, freute sich Brüggemann, dass seine taktischen Vorgaben optimal umgesetzt wurden. Im dritten Viertel kassierten die Soester gerade einmal sieben Punkte. „Wir sind in der Rückrunde die beste Defensivmannschaft und haben das in eigener Halle wieder einmal gezeigt“, erklärte Brüggemann, der mit den Siebzigern die beste Platzierung seit einigen Jahren ansteuert.

BC 70 Soest: Hosley (28), Schulte (3), Apel (9), Cetaj (6), Beloki (2), Seuthe (9), Grzyb (8), Brehm (14), Noll, Bromberg


Auszug aus dem Vorbericht des BC Langendreer:

"Ein Spiel, welches nicht nur aufgrund des aktuellen Tabellenstandes für uns relativ einfach zu spielen ist. Soest zählt zu den Wundertüten der Liga. Zu Beginn einer jeden Saison glaubt man, dass Soest sich im unteren Tabellenbereich ansiedeln wird, je länger die Saison dann andauert, desto stabiler wird die Mannschaft und klettert Woche für Woche in der Tabelle nach oben. Natürlich hat die Personalpolitik des BC 70 einen großen Einfluss darauf. Auch in dieser Saison nahm man den Rückkehrer Antoine Hosley mit offenen Armen zurück und besetzte mit ihm die US-Position, zusätzlich verstärkte sich das Team dann noch mit dem Spanier Aitor Beloki Arrondo. Ein junges Talent, welches in der Liga schon für einen ordentlichen Wirbel gesorgt hat. Man mag sich fragen, warum eine Mannschaft/ein Verein derart investiert, ohne dabei einen Anspruch auf die Aufstiegsplätze zu haben. Die Antwort findet sich an den Heimspieltagen in der Hubertus-Schwarz-Sporthalle.

Ein „Schuhkarton“, der proppenvoll mit basketballverrückten Zuschauern ist. Wer von Bamberg als „freak-city“ spricht, der war noch nie in Soest. Ein klasse Atmosphäre, ein tolles und faires Heimpublikum, insgesamt ein tolles Umfeld. Dafür lohnt sich der Aufwand in jedem Fall. Dass zusätzlich solche Ausnahmespieler wie Antoine und Aitor die eigenen Mitspieler, hier insbesondere die Jugendspieler, mit jeder Trainingseinheit besser werden lassen zeigt, dass in Soest auch auf die Zukunft gesetzt wird. Vielleicht nicht dieses und vielleicht nicht schon im kommenden Jahr, aber spätestens danach dürfte in Soest der Aufstieg in die Regionalliga als oberstes Ziel ausgegeben sein. Auf dieses Ziel bereiten sie sich jetzt schon vor und zeigten unter anderem gegen den Ligaprimus, dass sie ganz nah dran sind an den Top Teams. Das macht für uns die Reise nach Soest recht einfach. Wir haben in Soest mal überhaupt nichts zu verlieren. Zwar konnten wir in der Hinrunde einen Sieg (57-56) einfahren, aber seitdem ist nun mal auch schon viel passiert. Soest ist in der Tabelle nach oben und wir nach unten gereicht worden."

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